Recruiting Praxis in Frankreich: Trends für Headhunter

 

 
Für die Recruiter in Frankreich war 2019 ein unglaublich gutes Jahr! Ein Markt voll von Fachkräften in Vollzeitbeschäftigung. Die Mitarbeitersuche hat durch die Recruiter und ihre immer professioneller werdenden Praktiken und Vorgehensweisen eine gewisse Reife erreicht. Welche Zahlen wird dieses Jahr also für die Recruiter hervorbringen? Welche Praktiken und Methoden des Recruitings in Frankreich?
Im Folgenden finden Sie die Quellen, die benutzt werden, um diese Daten zu erfassen. Wir stützen uns dabei auf eine Studie von APEC über präzises und detailliertes Sourcing, die als Basis für diesen Artikel dient.
 

Die Sourcing-Zahlen 2019

 

 
89 % der Unternehmen nutzen ein Stellenangebot, um einen Bedarf anzumelden und Kandidaten zu suchen. Das hat sich in 10 Jahren wenig geändert.

Zu den meistgenutzten Kanälen des Sourcing, der Suchmethoden, hat man also zusätzliche Angebote, wie das Netzwerk der Recruiter, beispielsweise im deutsch-französischen BereichInitiativbewerbungen und die Seiten der sozialen Netzwerke (hier nur LinkedIn).

Netzwerk der Recruiter
 
Die Nutzung der sozialen Netzwerke für Recruiting hat sich in den letzten 10 Jahren vervierfacht, von 12 % auf 53 %.

Ein weiterer auffallender Fakt: die Unternehmen sind immer stärker auf der Suche und treten dabei direkter an die Kandidaten heran. Eine Vorgehensweise, die bisher den Recruitern vorbehalten war und sich nun auch unter Unternehmen verbreitet hat, in Frankreich wie in Deutschland. In 7 Jahren von 21 % auf 32 %! Man kann es täglich beobachten, die Unternehmen, sogar die größeren, machen sich selbst auf die Suche nach ihren Kandidaten.

Weltweit ist das Sourcing mehrgleisiger geworden, mit mehr Kanälen zur Nutzung als vorher (lange war die Stellenanzeige die einzige Quelle für eine Bewerbung). Heute nutzen die Recruiter im Durchschnitt 5 verschiedene Sourcing-Kanäle, um einen geeigneten Kandidaten zu finden. Vom Stellenangebot als Zusatzwahl über die Netzwerke, alles ist nutzbar.

Letzter interessanter Punkt zum Thema Sourcing: der Platz der telefonischen Vorauswahl. Innerhalb von 5 Jahren hat sich die Praktik, die bisher auch nur den Personalvermittlungen und ihren Recruitern vorbehalten war, auf dem gesamten Arbeitsmarkt verbreitet. Heute nutzen 62 % der Recruiter nach eigenen Angaben diese telefonische Vorauswahl.

 
 
Recruitings von Fachkräften
Die Unternehmen haben demnach ihr Sourcing-Vorgehen an das der Personalvermittlungen angepasst. Was nicht verwundert, denn die Unternehmen stellen immernoch viele professionelle Recruiter ein. Es ist vor allem die Änderung der Verwendungsmöglichkeiten der Kandidaten und der Fachkräftemangel, die die Unternehmen dazu getrieben haben, selbst “auf die Jagd” zu gehen.
 
 
 

Personaldienstleister in Frankreich: ein kleiner Teil am Arbeitsmarkt aber eine wichtige Größe

 
In 2018 haben Unternehmen in 24 % der Fälle Personaldienstleister beauftragt (Interim, Agenturen und andere Dienstleister). Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber 2017.

Aber – das ist ein großes Aber, der Anteil am Kuchen ist gewachsen (die Zahl des Recruitings von Fachkräften hat Rekorde erreicht), der Anteil für Personaldienstleister ist wichtig geblieben. Besonders im spezialisierten Sektor oder im deutsch-französischen Bereich.

Recruiting von Fachkräften
 

Es sind besonders die kleinsten Unternehmen, die einen Personaldienstleister beauftragen, mehr noch als die großen:


25 % bei Unternehmen mit 50-100 Angestellten
- 27 % bei den mit 100-249 Angestellten
- 20 % bei den großen Unternehmen

Personalsuche in Frankreich: Praxis und Trend

 

¾ der Unternehmen verlangen laut APEC systematisch oder gelegentlich Motivationsschreiben bei einer Bewerbung. Das bestätigt auch eine Studie von HelloWork. Die Aufgabe der Recruiter bleibt es also, Motivationsschreiben zu lesen und anzufragen.

Natürlich ist die Aussage besser, das Motivationsschreiben gelesen zu haben als es einfordern zu müssen…

Obwohl man Zweifel daran haben kann, dass die Recruiter sie auch lesen.

9 von 10 Unternehmen haben von den Personalvermittlungen gelernt und überprüfen nun die Referenzen des Kandidaten.von den Personalvermittlungen gelernt und überprüfen nun die Referenzen des Kandidaten.
 
Situationsübung
Die Hälfte der Unternehmen lädt mindestens 4 Kandidaten für eine Stelle persönlich ein, und in 10 % der Einstellungssuchen lädt das Unternehmen überhaupt keinen Kandidaten ein!

44 % der Kandidaten wurden Tests unterzogen, davon 22 % in einer Situationsübung getestet, und 19 % hatten Persönlichkeitstests.

Die Tests werden eher in den großen Unternehmen (mit mehr als 1000 Angestellten) durchgeführt. 60 % von ihnen verfahren so im Vergleich zu 44 % der kleineren mit 50-100 Angestellten.

 
 
 
Um das Thema Praktiken der Recruiter abzuschließen, hier noch einige Überlegungen zum idealen Prozess des Recruitings.

Innerhalb von 3 Monaten mit 20 Kandidaten, 5 Lebensläufen und 3 Vorstellungsgesprächen. Effizient, kurz und nicht zu überladen.

Idealer Prozess des Recruitings
 

Ein Arbeitsmarkt auf höchster Stufe, besonders für Fachkräfte

 
Der Stand der Arbeitslosigkeit unter Fachkräften war 2019 sehr niedrig und soll sich 2020 weiter senken, so um die 3 bis 3,5 %. Es wurden 280.000 Fachkräfte in 2019 eingestellt, und es werden 300.000 Neueinstellungen bis 2021 erwartet, ein absoluter Rekord.

Außerdem hat sich die Zahl der Bewerber pro Stellenangebot auf 31 gesenkt, im Vergleich zu 46 vor 5 Jahren. Weniger Kandidaten bewerben sich auf die Stellenangebote!

Am stärksten werden Fachkräfte im kaufmännischen Bereich gesucht (43 %), aber vor allem auch im IT-Bereich. Das ist nichts Neues, aber im Informatik-Bereich spitzt sich das Problem zu. Im Jahr 2018 wurde einer von 5 Bewerbern in diesem Sektor  eingestellt. Das ist enorm!

Das Kräfteverhältnis scheint sich trotzdem zum Vorteil der Kandidaten zu entwickeln auf diesem Markt. Selbst wenn die Studie von HelloWork zeigt, dass Kandidaten und Recruiter denken, dass jeweils der andere die Macht hat, besonders die Recruiter.

 
 
Aber Recruiting ist nicht nur die Suche nach Fachkräften, sondern auch nach normalen Mitarbeitern. Diese Mitarbeiter stellen einen Großteil des Bedarfs in Frankreich dar, das darf man nicht vergessen.

Um das Thema gesuchte Berufe abzuschließen, finden Sie eine Grafik von LinkedIn über die Berufe im Aufstieg mit den Top 15 der meistgesuchten Berufe. Man sieht 2 Berufe auf dem 12. und 14. Platz auftauchen: Personalverantwortlicher und Recruiter für IT.

Suche nach Fachkräften
 

Junge Leute, Smartphones und wichtige Informationen eines Stellenangebots

Um ihren Job zu findennutzen die Kandidaten ihre Smartphones, und die letzten Zahlen bestätigen diese Methode mit 73 % - nach der Studie Millenials und die Arbeitswelt 2018 oder 81 % nach der Studie von HelloWork.
Das geht sogar soweit, dass 85,5 % der jungen Leute SMS nutzen, um mit den Recruitern zu kommunizieren (Studie Haris Interactive) und 75,5 % die sozialen Netzwerke.
 
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